Small Talk: Wie Sie ins Gespräch kommen und originell in Erinnerung bleiben

Wird sie anrufen? Wird sie sich an Sie erinnern? Oder vielmehr: Will sie sich an Sie erinnern?

Unwichtig, ob sie nun Ihr potentielles Date oder Ihre potentielle Kundin ist, mit der Sie hoffen, ins Geschäft zu kommen: Ob Ihnen das gelingt, hängt davon ab, wie positiv Sie beim Small Talk im Gedächtnis geblieben sind.

Glücklicherweise müssen Sie sich nicht auf den Zufall verlassen: Mit unseren Rhetorik-Tipps zur originellen Selbstvorstellung wird man sich nicht nur mit Freuden an Sie erinnern – sondern Sie bewerkstelligen das auch ganz locker. Denn diese Tricks kann jeder lernen.

Worauf zielt die effektive Selbstvorstellung ab?

Es gibt zwei Arten der Selbstvorstellung:

  • In monologischen Reden. Wie Sie Ihr Redner-Image erfolgreich pflegen, zeigen wir hier.
  • In dialogischen Gesprächen, wie Small Talk.

Beide Arten zielen letztlich auf ein und dieselben drei Ziele ab, die dazuführen, dass Menschen Sie mögen und herzlich in Erinnerung halten wollen:

  1. Sie sollten Sympathie beim Gesprächspartner erregen.
  2. Sie sollten etwas Markantes anbieten, das leicht erinnert werden kann.
  3. Sie sollten selbstbewusst und doch charmant auftreten (hier gibt’s die Details, wie Sie das konkret bewerkstelligen.)

So finden Sie den richtigen Einstieg ins Gespräch

Der Einstieg ist essentiell – denn im beiläufigen Small Talk entscheiden ein paar kurze Sätze darüber, ob das Gespräch weitergeführt oder abgebrochen wird. Versuchen Sie deshalb immer, die Neugierde Ihres Gesprächspartners zu erregen.

Selbstverständlich sollte der Gesprächseinstieg zu Ihnen und Ihrer Person passen. Wenn Sie sich nicht verrenken oder ins Fettnäpfchen springen wollen, machen Sie den rhetorischen Situations-Check:

  • Wer sagt etwas? (Was passt zu Ihrer Persönlichkeit?)
  • Welches Thema ist angemessen (Politik, Sex, Religion, Geld sind als Small-Talk-Themen tabu)
  • Zu wem wird etwas gesagt? (Thema, Wortwahl usw. sollten zu Ihrem „Publikum“ passen)
  • Wann wird etwas gesagt? (Der Zeitpunkt ist ebenso wichtig wie die Länge Ihrer Aussage. Das kleine Gespräch besteht nicht aus Volksreden!)
  • Wo wird etwas gesagt? (Eine Party im privaten Kreis unterscheidet sich in der Themenwahl erheblich von der Geschäftsparty)

Wie können Sie nun aus diesen Faktoren einen Einstieg finden, der ungezwungen ein Gespräch in Gang setzt? Mit der ANIS-Formel:

  • Anrede: „Hallo!“
  • Name: „Ich bin Thomas Meier“
  • Information: „Ich arbeite in der Finanzbuchhaltung.“
  • Situationsbezogene Frage: „Wie finden Sie die Party bisher?“

Feilen Sie ein wenig an Ihrem Opener, dann wird er lockerer, sympathischer.

Der Grund, warum jemand sich an Sie erinnert

Warum erinnern wir uns an manche und an andere wiederum nicht? Vielleicht wegen einer einprägsamen Besonderheit – aber es gibt etwas Effektiveres, das tiefer geht als Neugier:

Wenn wir uns etwas von dem anderen bzw. von seiner Bekanntschaft versprechen, dann wollen wir uns an ihn erinnern.

Anders gesagt: Wir erhoffen uns einen Nutzen aus der Bekanntschaft. Das kann ein neuer Auftrag sein, wertvolle Informationen, Connections oder Fähigkeiten, die die betreffende Person besitzt. Oder wir hoffen, eine lustige Zeit miteinander zu verbringen – und vielleicht eine Beziehung zu finden.

Wie auch immer: Den Nutzen richtig zu ermitteln, ist die leichteste und nachhaltigste Art, im Gedächtnis zu bleiben.

Machen Sie das auch auf sprachlicher Ebene deutlich, indem Sie nicht nur von sich reden:

Wer einmal „ich“ sagt, sollte idealerweise bis zu dreimal „Sie“ sagen.

So bleiben Sie markant im Gedächtnis

Es gibt eine Methode, mit der Sie eine kräftige Wirkung auf Andere entwickeln, hervorstechen und im Gedächtnis bleiben – selbst nach einer durchzechten Nacht: der rhetorische Anker.

Seine Motivation ist es, Sie und Ihre Person bei Ihrem Gesprächspartner tief einzuprägen: auf eine interessante, witzige und emotionale Art. Denn er möchte die nackten Fakten über Sie emotional transportieren.

Diesen rhetorischen Anker können Sie selbst herausfinden und Ihren Gesprächspartnern anbieten:

  • Was inspiriert Sie?
  • Was treibt Sie an?
  • Was macht Sie besonders?
  • Haben Sie Hobbies, Tätigkeiten, Fähigkeiten, die besonders hervorhebenswert sind?

Der rhetorische Anker ist sowohl für den Small Talk im Verkaufsgespräch nützlich als auch bei Dates und Rendezvous.

Fazit

Small Talk ist ein bisschen wie der Werbeblock zwischen dem Spielfilm. Haufenweise Personen versuchen, die Aufmerksamkeit von jemandem zu erregen und bei ihm nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben. Mit unseren Rhetorik-Tipps für die originelle Selbstvorstellung machen Sie effektiv Eigenwerbung für sich:

  • Analysieren Sie im Vorfeld die Small-Talk-Situation mit dem rhetorischen Situations-Check: Gesprächsführer, Thema, Gesprächspartner, Zeit und Ort.
  • Steigen Sie mit der ANIS-Formel ins Gespräch ein: Anrede, Name, Information, sachbezogene Frage.
  • Liefern Sie Ihrem Gegenüber einen Nutzen, dessentwegen man es sich an Sie erinnern will.
  • Um nachhaltig Eindruck zu hinterlassen, platzieren Sie einen rhetorischen Anker, der Ihre Individualität unterstreicht.

Bild: joakant / pixelio.de

 



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