Schluss mit Stammeln bei Stegreif-Reden – so halten Sie völlig unvorbereitet einen überzeugenden Kurzvortrag

Es ist an der Zeit, sich von ihm zu trennen. Sie beide passen einfach nicht zusammen. Er nervt sie einfach nur noch. Bedrängt Sie. Blamiert Sie. Schmeißen Sie ihn einfach raus, Ihren Blackout bei Stegreif-Reden. Wir helfen Ihnen dabei mit unseren 3 bewährtesten Rhetorik-Tipps für die Kurz-Präsentation: Wie fange ich an? Wie sollte meine Stegreif-Rede aufgebaut sein? Woher nehme ich so spontan die passenden Themen?

1. Stegreif-Technik: Zeit gewinnen, um cool zu bleiben

Ad hoc eine Rede oder Präsentation halten zu müssen, ist eine Stress-Situation. Das Unangenehmste ist dabei nicht das Thema, über das Sie reden sollen. Es ist schließlich Ihr Fachgebiet, mit dem Sie sich täglich auseinandersetzen. Wenig Vorbereitungszeit für eine Rede zu haben, das ist es, was am meisten herausfordert.

Gewinnen Sie daher ein wenig Zeit,

  • um sich selbst zu sammeln und ruhig zu werden und
  • um das Thema Ihrer Spontan-Rede zu finden.

Atmen Sie ein-, zweimal durch. Lächeln Sie in die Runde. Die Ruhe wird Ihnen neue Ideen und Assoziationen von ganz allein eingeben. Wie Sie zudem auf Ihre Zuhörer souverän und konzentriert wirken, auch wenn es in Ihnen brodelt, erfahren Sie hier.

2. Stegreif-Technik: So sollte der Aufbau einer guten Stegreif-Rede aussehen

Ordnung muss sein – besonders in der Rhetorik. Denn eine saubere Gliederung Ihrer Rede macht Ihre Argumentation nachvollziehbarer und überzeugender.

„Wie soll ich mir denn spontan einen perfekten Rede-Aufbau aus den Rippen schneiden?!“

Indem Sie diese Abkürzung nehmen: die Situations-Lösungs-Formel.

Ein Rhetorik-Tipp vorneweg: Konzentrieren Sie sich am besten nicht auf alles, sondern nur auf einen Punkt – das Haupt-Argument Ihres Spontan-Vortrags. Versuchen Sie erst gar  nicht, das überzeugendste Argument zu finden. Dieser Druck hemmt eher Ihre Denkkraft als dass er Ihnen spontan etwas nützen würde. Nehmen Sie einfach das (gute) Argument, das Ihnen sofort einfällt.

„Wie muss ich nun Stegreif-Rede aufbauen?“

Am besten so:

  1. Einleitung: Geben Sie  einen kurzen Überblick dessen, was Sie gleich sagen werden. Falls es nötig ist, stellen Sie sich selbst vor. Pointierte Geschichten eignen sich besonders gut, um die Aufmerksamkeit Ihres Publikums zu gewinnen.
  2. Status quo wiedergeben: Wie ist momentan die Lage? Was ist das Thema? Skizzieren Sie die Lage in kurzen, eindeutigen Sätzen. Ihre Vorteile: Sie bringen alle Zuhörer auf denselben Stand, vermeiden also Missverständnisse. Und Sie verschaffen sich selbst  Zeit.
  3. Ziel definieren: Was ist das Ziel? Wo wollen Sie oder Ihr Unternehmen hin? Fixieren Sie ein klares Ziel, das Sie mit Ihrer Arbeit erreichen möchten.
  4. Lösungen darlegen: Wie können Sie das Ziel erreichen? Wie können die Probleme, die Sie oben skizziert haben, gelöst werden? Ihre Stegreif-Präsentation bekommt dadurch eine logische (und spannende) Gliederung. Ihr Publikum ist informiert. Sie wirken kompetent und zielfixiert. Sie werden ein Problem-Löser, der weiß, worum es geht und wie man’s richtig macht. Diesen Eindruck zu erwecken, ist das Ziel Ihrer Stegreif-Rede.
  5. Schluss: Fassen Sie nochmals kurz Ihre wichtigsten Punkte zusammen. Aber ohne sich zu wiederholen! Falls es passt bzw. es spontan machbar ist: Versuchen Sie Ihr Publikum zu motivieren. Mit einem griffigen Merksatz, einem Appell oder einer Vision.

Falls Sie zum Impro-Rede-Profi werden möchten: Hier gibt’s noch drei weitere Vorlagen für einen wirkungsvollen Aufbau einer Stegreif-Rede.

3. Stegreif-Technik: 5 Fundorte für die überzeugendsten Themen

„Woher nehme ich die Themen für eine überzeugende Spontan-Rede?“

Sie kennen ja Ihr Arbeitsgebiet ausführlich. Eigentlich gibt es da viel zu viel, über das Sie reden könnten. Aber das würde den Rahmen sprengen. Also besser:

Was sind die Themen, über die ich reden sollte?

Unsere Rhetorik-Trainer haben Ihnen eine Liste von allgemeinen Quellen für Argumente zusammengestellt, die definitiv immer funktionieren. Ganz unabhängig von Ihrem Beruf oder Publikum:

  • Ursachen, Gründe, Hintergründe: Beleuchten Sie, was hinter dem Status quo Ihrer Arbeit steht. Wie kam es beispielsweise dazu, dass die Umsatzzahlen im letzten Quartal eingebrochen sind? Was sind die (technischen) Hintergründe, die jeder kennen sollte, um Ihre Arbeit zu verstehen?
  • Konsequenzen, Chancen: Was folgt aus einer bestimmten Sachlage? Wie könnten Konsequenzen aussehen? Aber auch: Welche Chancen bieten sich? Welche sollten unbedingt genutzt werden? Denken Sie nicht nur in die Vergangenheit (Ursachen etc.) zurück, sondern auch an die Zukunft.
  • Ein konkretes Beispiel hilft immer. Es verdeutlicht einen Sachverhalt plastisch, weil es eindeutig und klar ist. Anstatt über alle Bereiche zu sprechen, können Sie sich absichtlich auf einen Teilbereich konzentrieren. An ihm erklären Sie anschaulich die Gesamt-Lage.
  • Beugen Sie Fragen vor: Welche Fragen oder Einwände könnten vonseiten Ihres Publikums kommen? Was könnte Ihre Zuhörer besonders interessieren oder beschäftigen? Gerade negative Einwände können ein gutes Thema für eine Spontan-Rede sein. Vor allem, wenn Sie diese überzeugend widerlegen können.
  • Aufmerksam durch die Welt gehen: Gute Rhetorik ist vor allem viel Übung und Vorbereitung. Wenn Sie spontan über eine Sache überzeugend reden wollen, dann sollten Sie möglichst viele Impulse dieser Welt angesammelt haben. Wie die psychologische Expertise-Forschung herausgefunden hat, haben Vorwissen und Vorerfahrung enormen Einfluss darauf, ob wir (spontan) eine gute Lösung finden oder nicht. Wer also viel aufgenommen hat, kann ad hoc auf einen großen Wissensschatz zurückgreifen – bewusst oder unbewusst. Saugen Sie alles auf, was geht: Allgemeines, Spezielles, Triviales, Hochgeistiges, Aktuelles, Zeitloses … Denn:

„Eine Idee ist nur eine neue Kombination alter Elemente.“

Fazit

Eine Rede aus dem Stegreif zu halten, ist immer eine plötzliche Herausforderung, aber kein Hexenwerk, an dem Sie verzweifeln müssten. Im Gegenteil. Denn Spontan-Reden lassen sich sehr wohl „vorbereiten“. Üben Sie ab und an, über ein willkürliches Thema eine 5-Minuten-Präsentation zu halten. Suchen Sie möglichst vielseitige Impulse, aus denen Sie später vielleicht einmal schöpfen können. Und halten Sie sich an unsere bewährtesten Rhetorik-Tipps für eine überzeugende Stegreif-Rede. Dann kann nix mehr schief gehen:

  1. Keep cool: Sammeln Sie Ihre Gedanken, Notizen und sich selbst, wenn Sie aufgefordert werden, eine kurze Präsentation zu geben. Ihre Ruhe wird Sie inspirieren und nach außen konzentriert und souverän wirken lassen.
  2. Suchen Sie sich ein Haupt-Argument, das Sie mit ein, zwei Neben-Argumenten verstärken. Halten Sie sich beim Rede-Aufbau am besten an die Situations-Lösungs-Formel: Einleitung, Status quo, Ziel, Lösung, Schluss.
  3. Schöpfen Sie am besten aus diesen Fundorten: Ursachen, Gründe, Hintergründe. Konsequenzen, Chancen. Konkrete Beispiele und mögliche Fragen bzw. Einwände Ihres Publikums.

Erzählen Sie uns von Ihren Stegreif-Reden! Was haben Sie erlebt, gehasst, bezwungen? Wie können unsere Rhetorik-Experten weiterhelfen?

 

 

Foto: Dieter Poschmann / pixelio.de



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