„Woher nehme ich gute Argumente?“ 10 Rhetorik-Tipps, wie Sie überzeugende Argumente finden

Sie sollen eine Rede halten, einen Kurz-Vortrag oder eine Präsentation. Wann, wo, wie, worüber – alles klar, nur eben das eine nicht: Woher kommen die Argumente, die Ihr Publikum von Ihrer Sache überzeugen?

Bevor Sie hektisch anfangen, zu Ihrem Thema Inhalte zusammenzugooglen: Die Rhetorik hat eine ganze Reihe von Tipps parat, mit denen Sie zu jeder Sache irgendein (gutes) Argument finden.

Die Stuttgarter Rhetorik-Trainer von Baber Consulting stellen Ihnen diese Methoden heute vor.

Dieses eine Kriterium müssen alle Ihre Argumente erfüllen

Egal, worüber Sie reden, egal, vor wem Sie reden, für jeden Rede-Auftritt gilt:

Ihre Argumente müssen zur rhetorischen Situation angemessen sein, sondern werden Sie als Redner scheitern.

Das bedeutet: Sie müssen vor allem zu diesen drei Faktoren passen:

  • zur Sache, die Sie vertreten
  • zu Ihnen als Redner
  • zum Publikum.

Diese 6 Fragen sollten Sie sich unbedingt stellen, wenn Sie gute Argumente finden wollen

Diese 6 Fragen sind eine Art Schablone, durch die Sie die rhetorische Situation betrachten können. Die unterschiedlichen Perspektiven helfen Ihnen, einerseits die Top-Argumente zu finden, die an Ihrer Sache überzeugen. Andererseits helfen sie Ihnen, keinen wichtigen Inhalt zu vergessen.

Überlegen Sie also bei der Ausarbeitung Ihrer Rede oder Präsentation folgendes:

  1. Was ist das Thema meiner Rede?
  2. Was ist mein Ziel, das ich mit der Rede erreichen will?
  3. Was ist der Rede-Anlass? Warum rede ich überhaupt?
  4. Wozu will ich den Zuhörer motivieren?
  5. Was soll der Zuhörer am Ende denken bzw. fühlen?
  6. Was soll er aus meinem Vortrag mitnehmen?

Diese 3 Wirkungen müssen Ihre Argumente erzielen, wenn sie gut sein sollen

In der Rhetorik gibt es drei Basis-Wirkungen von Argumenten, die jeder Redner abdecken sollte, wenn er irgendjemanden von irgendetwas überzeugen will:

  1. Informieren: Sachliche Argumente erklären uns die Welt logisch und rational. Wer da keine handfesten Fakten bekommt, wird nie überzeugt werden.
  2. Unterhalten: Hie und da einen Witz, Sympathie beim Publikum etc. Egal, wie lang Ihr Vortrag dauert: Wenn die Leute wegschlafen, werden Sie nicht überzeugen. Sie müssen sie bei der Stange halten.
  3. Mitreißen: Manchmal braucht es große Gefühle. Denn Emotionen sind die Triebkräfte, die uns bewegen, irgendetwas zu tun. Wenn Sie haben wollen, dass jemand für Ihren Vorschlag stimmt, müssen Sie ihn auch emotional dazu bewegen. Sonst leuchtet es ihm rational ein, aber es wird ihm nie das Gefühl geben, unbedingt dafür stimmen zu müssen.

Brainstorming: Die beste Technik, Argumente zu finden – und wie Sie effektiv brainstormen

Brainstorming besteht aus zwei Phasen:

  1. Phase: Sie denken wild drauflos und schreiben alles auf, was Ihnen einfällt: ca. 10 Mal so viel, wie Sie eigentlich brauchen.
  2. Phase: Jetzt treffen Sie eine Auswahl und entscheiden sich für die Argumente, die Ihnen am besten erscheinen.

Wichtig ist, dass Sie vollkommen offen denken. Eine Idee erst gar nicht aufzuschreiben, weil Sie sie für nicht gut halten, wäre falsch. Wer weiß, was sich aus einer dummen Idee alles entwickeln kann?

Sammeln Sie auch Contra-Argumente. Dann wissen Sie, was Sie widerlegen sollten bzw. was die Einwände und Befürchtungen Ihres Publikums sind.

Apropos Publikum: Denken Sie bei der Auswahl in Phase 2 ausschließlich daran, was Ihr Publikum für überzeugend halten würde. Nicht Sie, sondern Ihre Zuhörer müssen überzeugt werden. Also kommt nur das rein, was Ihr Auditorium für glaubhaft hält.

Brainstorming konkret: Über diese Kategorien finden Sie tolle Argumente

Sie haben zwei Pools, aus denen Sie überzeugende Argumente fischen können:

  • die Sache, über die Sie reden. Beispiel: Politiker-Reden über ein neues Gesetz
  • die Person, über die Sie reden. Beispiel: eine Hochzeitsrede auf das Brautpaar

Kommen wir zur Sache. Diese Denkanstöße können helfen, sich die richtigen Gedanken über einen Sachverhalt zu machen und so Top-Argumente zu finden:

  • Ursache – Wirkung: Was hat den Sachverhalt ausgelöst? Was war die Wirkung dieser Ursache?
  • Umstände: Welche Umstände müssen die Leute unbedingt kennen, um Sie zu verstehen?
  • Zeit: Wann (und wie lang) ist etwas passiert?
  • Art und Weise: Wie ist es geschehen?
  • Möglichkeit: Kann bspw. ein Vorschlag, über den diskutiert wird, überhaupt realisiert werden?
  • Definition: Um was genau geht’s überhaupt? Können wir das Problem durch eine Definition eingrenzen?
  • Ähnlichkeit: Gibt es Präzedenz-Fälle zu anderen Sachverhalten oder Diskussionen, die uns in dieser Sache als Vorbild dienen können?
  • Statistiken / Studien: Aktuelles Daten-Material ist immer erhellend und überzeugend­.

 

Wenn’s menschelt. Das können Sie über eine Person sagen:

  • Herkunft: Hat jemand sich vom Tellerwäscher zum Millionär hochgearbeitet? Was sagt seine Herkunft über ihn, seine Leistung, sein Leben aus?
  • (Familien-) Geschichte: Wie sah sein Leben aus: steinig, leicht? Gibt’s einen berühmten Vorfahren, der zum Vorbild gereicht?
  • Aus- / Bildung: Die Bildung eines Menschen sagt viel über sein Wesen aus. Passt da was zusammen?
  • Beruf: Warum übt jemand diesen Beruf aus? Gibt es Merkmale an der Person, die ebenfalls typisch für sie wie für ihren Beruf sind?
  • Wesensart: Was für einen Charakter hat die Person? Wie ist sie so drauf?
  • Interessen / Hobbies: Immer ein gutes Thema, weil Leidenschaft und Interessen dahinterstehen.
  • Bedürfnisse: Bieten Sie jemandem das, was er braucht. Hier verraten wir Ihnen, wie Sie die Bedürfnisse von jemandem erkennen.
  • Name: Ist bei dieser Person der Name Programm? Macht er seinem Namen alle Ehre? Gerade für nette Witzchen ist der Name perfekt geeignet.

Fazit

Gute Argumente zu finden, ist mit der Liste von Baber Consulting nicht mehr schwer. Halten Sie sich einfach daran:

  1. Alles, was Sie sagen, muss zur rhetorischen Situation angemessen sein. Hilfreich sind dafür unsere 6 Fragen, die wir oben genannt haben.
  2. Sammeln Sie für alle drei Wirkungen Argumente: informieren, unterhalten, mitreißen.
  3. Machen Sie ein ausführliches Brainstorming zur Sache oder zur Person, über die Sie reden. Nehmen Sie alles auf und sortieren erst hinterher aus.

 

Bild: magicen / pixelio.de



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